Soziale Stadt Nordertor hier: Beratung und Begleitung von Kommunen beim Aufbau von Kooperationen mit Unternehmen und Stiftungen in der Sozialen Stadt

Betreff
Soziale Stadt Nordertor
hier: Beratung und Begleitung von Kommunen beim Aufbau von Kooperationen mit Unternehmen und Stiftungen in der Sozialen Stadt
Vorlage
5/036/2017
Art
Sachstandsbericht

Sachdarstellung:

 

In der Sitzung am 31.05.2016 wurde dem Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport das Projekt „Kooperationen zwischen Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erstmalig vorgestellt. Ziel des Projektes ist, Angebote im sozialen Stadtgebiet Nordertor unter Einbindung der Quartiersbevölkerung in Kooperationen mit ortsansässigen Unternehmen und Dienstleistern zu entwickeln und Synergieeffekte zu schaffen. Im Rahmen des Projektes fanden 4 Beratungstermine und 2 Erfahrungswerkstätten statt.

 

Die Projektgruppe, bestehend aus Mitarbeiter*innen des Fachbereichs Bildung, Soziales und Sport, des Sachgebietes Stadtplanung und Umwelt sowie der Wirtschaftsförderung, entschied sich für die Entwicklung des "Nordertörtchens“ als ein regionales Produkt, das "in aller Munde ist“, um die Wahrnehmung und die Identität des Nordertors zu stärken und Startkapital in einen noch einzurichtenden Stadtteilfonds zu bringen. Einerseits zeigt der Name "Nordertör(t)chen" schon den unmittelbaren Bezug zum Nordertor - zusätzlich verbunden mit dem Wortspiel -, andererseits sieht das Sanierungsgebiet selbst aus wie ein Tortenstück.

 

In Kooperation mit der im Nordertor ansässigen Bäckerei Grabisch und den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Nienburg/Weser (BBS) wurde diese Idee weiterentwickelt. Gute Gestaltungs- und Rezeptideen wurden im Rahmen eines Rezeptwettbewerbes für die Auszubildenden des 2. und 3. Lehrjahres im Bäckereihandwerk an den BBS entworfen. Auf Basis eines variablen Grundrezeptes wurden Ideen für verschiedene Designs/Dekorationsmöglichkeiten erprobt, beispielsweise jahreszeitlich oder auf einzelne Nienburger Unternehmen abgestimmt.

 

Ein Presseauftakt mit Bäcker R. Grabisch, BBS, Bewohner*innen aus dem Nordertor und Verwaltung erfolgte im Rahmen einer Vorverkostung am 05.04.2017. Durch weitere Werbemaßnahmen wie die erste öffentliche Verkostung am Tag der offenen Tür des Stadtteilhauses Nordertor am 13.05.2017, Fotos und Information über den Stadtteilbeirat, konnten die Quartiersbewohner*innen für diese Idee begeistert und durch eine Beteiligungsaktion mit einbezogen werden, um so die Identifikation mit der Leckerei zu steigern und das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Ein Probeauftrag für die Fertigung von "Nordertörtchen" konnte im Rahmen der am 30./31. Mai in Nienburg stattfindenden Erfahrungswerkstatt des Projektes "Kooperationen zwischen Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit bundesweiter Teilnahme aller am Projekt teilnehmenden Kommunen erfolgen.

 

Eine Jury hat am 31.08.2017 die Bewertung für den Rezept- und Gestaltungswettbewerb vorgenommen. Neun potentielle "Nordertörtchen" wurden vorgestellt. Ein wesentliches Kriterium war neben Geschmack, Aussehen und Kreativität die wirtschaftliche Umsetzbarkeit im Bäckereibetrieb und die Kalkulation des Verkaufspreises unter Berücksichtigung einer Zuwendung von 20 ct. pro "Nordertörtchen" für einen Stadtteilfonds. Die örtliche Bäckerei Grabisch passt das Rezept gegebenenfalls an, bevor der Verkauf startet und entscheidet über den Umfang des Verkaufs von "Nordertörtchen" in ihrem Laden.

 

Die Preisverleihung wird im Rahmen des Stadtteilfestes im Nordertor am 09.09.2017 vorgenommen. Für die Finanzierung der Preisgelder (150 €/100 €/50 € für die Plätze 1 bis 3) konnten die Firmen Ardagh Glass und PB Gelatines gewonnen werden. Die  Herstellung von Trophäen für die ersten drei Plätze erfolgt von Klaus Lüdeke.

 

Der Startpunkt des Vertriebs der "Nordertörtchen" soll im Nordertor bei der Bäckerei Grabisch sein. Der Verkauf soll möglichst nicht nur über den im Nordertor ansässigen Bäckerladen erfolgen, sondern größer angelegt sein: auch über Betriebskantinen örtlicher Firmen, Verkauf über FUNDUS, beispielsweise evtl. bei Edeka, in der Innenstadt und bei Veranstaltungen, Aufträge für städtische Veranstaltungen, Gastgeschenke, Aufträge von anderen Kooperationspartnern. Herr Grabisch hat sich bereit erklärt, vom Erlös jedes "Nordertörtchens" 20 ct. in einen Stadtteilfonds für Projekte im Nordertor zu spenden. Eine spätere Öffnung des Projektes für weitere Bäckereien unter der Voraussetzung, dass ein Anteil in Höhe von 20 ct. pro "Nordertörtchen" an den Stadtteilfonds geht, wäre möglich. Ein Schutz des Namensrechtes erfolgt durch die Stadt Nienburg.

 

Es ist vorgesehen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die das Projekt und insbesondere den zu bildenden Stadtteilfonds weiterhin betreut, Vetriebstrategien entwickelt und weitere Kooperationspartner*innen aquiriert. Marketingmaterialien könnten in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern entwickelt werden. Es könnte durch eine Kooperation mit Fachleuten aus im Nordertor ansässigen Unternehmen fachliche Beratung einbezogen werden, so dass hier Möglichkeiten für eine Förderung durch Mitgestaltung im Quartier statt rein finanzieller Spenden geschaffen werden.

 

Die Nachhaltigkeit des Projektes soll durch den Aufbau eines Stadtteilfonds zur Unterstützung von Aktionen im Nordertor gefördert werden. Ein noch zu bildendes Gremium soll dann künftig mit der Entscheidung über die Förderung möglicher Projekte betraut werden. Das "Nordertörtchen" steht als Leuchtturmprojekt sowohl für regionale Produktentwicklung als auch für den Aufbau eines Stadtteilfonds. Über die Entwicklung des "Nordertörtchens" kann der Stadtteilfonds ins Gespräch gebracht und interessant gemacht werden. Die regionale Produktpalette könnte mittel- und langfristig erweitert werden, so dass sich hier noch weitere Möglichkeiten für eine nachhaltige Wahrnehmung des Nordertors sowie Unterstützung des Stadtteilfonds ergeben.

 

Die Einnahmemöglichkeiten für den Stadtteilfonds können künftig weiter ergänzt werden. Ein Konzept zur Aquise von Einnahmen (Anlass-/Einmalspenden, Pfandbon-Aktionen, Aktion „Mein Erbe tut Gutes“, Cause-Related-Marketing, etc.), Attraktivitätssteigerung, Erstellung von Informationsmaterial, Entwicklung von Förderrichtlinien für überschaubare Aktionen/Anschaffungen/Projekte im Nordertor sowie hinsichtlich der Organisation des Stadtteilfonds soll von der noch zu bildenden Arbeitsgruppe erarbeitet werden.