Fachlich-wissenschaftliche Erfassung der städtischen Kunstsammlung mit dem Ziel ihrer Nutzung und Zugänglichmachung

Betreff
Fachlich-wissenschaftliche Erfassung der städtischen Kunstsammlung mit dem Ziel ihrer Nutzung und Zugänglichmachung
Vorlage
4/009/2018
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Kulturausschuss beauftragt die Verwaltung, zu untersuchen, ob und auf welche Weise eine Erfassung und konservatorische Dokumentation der städtischen Kunstsammlung, auch unter Einwerbung von Drittmitteln, umgesetzt werden kann.

 

Sachdarstellung:

 

Kunstausstellungen haben in Nienburg eine lange Tradition. Mit Ausstellungen im restaurierten Posthof begann es und fand seine Fortsetzung im Theater auf dem Hornwerk und dem Rathaus der Stadt Nienburg. Von den Kunstschaffenden wurde für das kostenlose Bereitstellen der Ausstellungsräumlichkeiten ein Bild erbeten. Auch wurden gelegentlich Bilder angekauft oder der Stadt Nienburg übereignet sowie als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Dies führte zu einer umfangreichen Sammlung von Kunstwerken, in der Hauptsache Gemälde.

Die Kunstsammlung umfasst ca. 500 Werke, etwa 350 befinden sich im Magazin des Stadt- und Kreisarchivs an der Verdener Straße 24. Die restlichen hängen in den Dienstzimmern und Fluren der Stadtverwaltung im Rathaus, in den Außenstellen, auch in den Schulen.

International bekannte Künstler/innen sind innerhalb der Kunstsammlung der Stadt Nienburg kaum vertreten, wohl aber einige Arbeiten von Ernst Thoms und Hans Ludwig Fischer-Nienburg. Es überwiegen die Werke regional bekannter Künstler/innen, so dass die Sammlung den Querschnitt der „Kunst des Ortes“ widerspiegelt.

Den monetären Wert der Sammlung zu bestimmen, unterliegt der Beachtung mehrerer Faktoren. Alles in Allem ergibt sich ein Bilanzwert für die Gemälde von insgesamt 308 650 Euro.

 

Aufgrund fehlender personeller Ressourcen musste eine fachlich-wissenschaftliche Erfassung der Gemälde mit Dokumentation des Erhaltungszustandes und Empfehlung konservatorischer Maßnahmen bislang überfällig bleiben. Dies wird jedoch aus der Verantwortung für die Erhaltung der Sammlung heraus als notwendig erachtet, nicht zuletzt zum Nutzen der Stadt Nienburg, handelt es sich doch um Vermögenswerte, wie die Bilanz deutlich macht. Aber vor allem die Qualität der in der Hauptsache von regionalen Künstlerinnen und Künstlern stammenden Werke gebietet die Pflege der Sammlung.

Nach einer entsprechenden Erfassung und Dokumentation der Kunstsammlung, ist die Überlegung naheliegend, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die Stadt Nienburg ihre Bürgerinnen und Bürger an ihrem Kunstbesitz teilhaben lassen würde. Geschehen könnte dies beispielsweise über die Einrichtung einer Artothek, umso realistischer umzusetzen vor dem Hintergrund des Projektes „Wissensburg“. Es wäre eine sehr stimmige Ergänzung des Bildungsangebots, die personell zu leisten wäre, weil zwei Einrichtungen, Archiv und Bibliothek, dahinter stünden und geeignete Magazinräume im Raumprogramm der Wissensburg ohnehin ausgewiesen sind. Eine Artothek ermöglicht es, gegen eine Gebühr originale Kunstwerke für das eigene Wohnzimmer für einen festgelegten Zeitraum auszuleihen. Weitergehende Informationen erfolgen im Verlauf der Kulturausschuss-Sitzung.