Antrag der FDP/ULN-Gruppe und der WG-Stadtratsfraktion

Betreff
Antrag der FDP/ULN-Gruppe und der WG-Stadtratsfraktion
hier: Weiterentwicklung der Sek.I-Schulen im Stadtgebiet
besonders: Entwicklung des Schulstandortes der Realschule Langendamm
Vorlage
5/035/2018/1
Art
Beschlussvorlage
Referenzvorlage

Beschlussvorschlag:

Der Antrag der FDP/ULN-Gruppe und der WG-Stadtratsfraktion, am Standort Langendamm ab dem Schuljahr 2019/20 eine Sek-I-Schule zu betreiben und demzufolge wieder fünfte Klassen regulär einzuschulen, wird abgelehnt.

 

Die Ratsbeschlüsse vom 27.05.2014 (Aufbau eines zunächst 4-zügigen integrativen Schulsystems) und vom 24.03.2015 (Einrichtung einer 4-zügigen Oberschule im Schulgebäude Cretschmarstraße 22) werden weiterhin umgesetzt.

 

In der Stadt Nienburg wird keine weitere Sek.I-Schule eingerichtet; der bestehenden Oberschule Nienburg wird dadurch die prognostizierte 3-Zügigkeit gesichert. Eine Außenstelle wird bis maximal einer 4-Zügigkeit der Oberschule nicht erforderlich.

 

Die Schüler*innen der Realschule Langendamm werden ab dem Schuljahr 2019/20 bis zur kompletten Auflösung der Realschulen ab dem Schuljahr 2021/22 neben den Schüler*innen der Realschule Nienburg im Gebäude der Realschule Nienburg, Buermende 1, beschult. Beide Realschulen bleiben hierbei eigenständig.

Sachdarstellung:

Der Rat der Stadt Nienburg/Weser hat in seiner Sitzung am 27.05.2014 den Beschluss gefasst, ab dem Schuljahr 2016/17 ein integratives zunächst 4-zügiges Schulsystem aufsteigend einzurichten. Die Entscheidung, dass es sich hierbei um eine Oberschule handeln sollte, wurde gemäß dieses Beschlusses auf Grundlage einer Elternbefragung getroffen.

 

Die aktuellen Prognosen der Entwicklung der Schüler*innenzahlen an den Schulen in städtischer Trägerschaft sind in der Schulausschuss-Sitzung am 29.08.2018 vorgestellt worden. Danach ist für die Oberschule Nienburg mittelfristig mit einer stabilen 3-Zügigkeit zu rechnen. Gemäß § 4 der Verordnung für die Schulorganisation (SchOrgVO) muss eine Oberschule ohne gymnasiales Angebot mindestens 2 Züge je Schuljahrgang aufweisen. Somit ergibt sich allein rein rechnerisch bei einer prognostizierten 3-Zügigkeit für die Oberschule Nienburg kein Spielraum für einen zweiten Sek-I-Standort im Stadtgebiet.

Hierzu wurden von Frau Peters – Landesschulbehörde – sowie der Rechtsabteilung der Landesschulbehörde – Frau Winkler – Stellungnahmen abgegeben, die als Anlage 1 und Anlage 2 beigefügt sind. Daraus geht hervor, dass bei den prognostizierten Schüler*innenzahlen eine weitere Sek-I-Schule nicht genehmisgunsfähig wäre. Desweiteren wird auch angemerkt, dass sich die Oberschule Nienburg im Falle einer Einrichtung einer weiteren Sek-I-Schule konzeptionell neu ausrichten müsste. Für eine Schule, die sich seit dem Schuljahr 2016/17 immer noch im Aufbau befindet, wäre dies eine zusätzliche Belastung.

 

Derzeit besuchen von den insgesamt noch verbliebenen 121 Schüler*innen (in den Klassen 8 bis 10) 19 Schüler*innen aus dem Landkreis Nienburg die Realschule Langendamm:

 

Haßbergen:                                                    2

Husum:                                                            9

Linsburg:                                                         6

Steimbke:                                                        1

Wietzen:                                                          1

 

Bis zum Schuljahr 2015/16 wurden noch 5. Klassen in Langendamm eingeschult. Hier stellt sich der Anteil auswärtiger Schüler*innen folgendermaßen dar:

 

Schuljahr 2014/15

Nienburg:                                                   194

Auswärtig:                                                    67

 

Schuljahr 2015/16

Nienburg:                                                   186

Auswärtig:                                                    60

 

Hierbei ist anzumerken, dass im Jahre 2014 die Schulbezirke für die weiterführenden Schulen im Landkreis Nienburg/Weser aufgehoben wurden und sich dadurch das Anmeldeverhalten mittlerweile anders darstellt als noch vor einigen Jahren. Zudem besteht für die Schüler*innen der angrenzenden Gemeinden auch die Möglichkeit, die Oberschulen in Steimbke und Marklohe zu besuchen. Eine seriöse und belastbare Prognose der möglichen Schüler*innenzahlen aus dem Landkreis lässt sich nicht erstellen, die hier genannten Tatsachen lassen lediglich die Schlussfolgerung zu, dass die Zahl der auswärtigen Schüler*innen, die in den nächsten Jahren möglicherweise den Sek-I-Standort Langendamm anwählen könnten, nicht mehr die Höhe der vergangenen Schuljahre erreichen würde.

 

Hinsichtlich der Frage, ob räumlich gesehen neben der Grundschule Langendamm eine Sek-I-Schule am Standort Langendamm geführt werden kann, muss bedacht werden, dass sich die Grundschule Langendamm aufgrund der Veränderung der Schulbezirke zum Schuljahr 2018/19 Richtung 3-Zügigkeit entwickelt und allein aus diesem Grund schon einen weitaus größeren Raumbedarf hat als vorher. Hinzu kommt, dass seit diesem Schuljahr die Grundschule als Ganztagsschule geführt wird, so dass zusätzlicher Raumbedarf für die Arbeitsgemeinschaften und die Mittagsverpflegung (Mensa) entsteht und zudem sieht das Ganztags-Konzept der Grundschule u.a. vor, dass für die Arbeitsgemeinschaften der Werkraum, Musikraum, Kunstraum, Bücherei und PC-Raum, die bisher von der Realschule genutzt wurden, zur Verfügung stehen. Hier würde sich, ebenso wie bei der Mensa, eine Nutzung von beiden Schulformen gleichzeitig äußerst schwierig gestalten. Hierzu wurde von der Schulleiterin der Grundschule Langendamm eine Stellungnahme abgegeben, die als Anlage 3 beigefügt ist.

 

Darüber hinaus besteht langfristig die Möglichkeit, das Jugendhaus Langendamm in das Schulgebäude zu integrieren, wofür zusätzlich Räume im Schulgebäude genutzt werden würden. Nach derzeitigem Planungsstand ist vorgesehen, das Gebäude, in dem sich das Jugendhaus Langendamm zurzeit befindet, in 2019 für einen Feuerwehr-Neubau abzureißen. Hier besteht die Chance, durch eine Unterbringung im Schulgebäude – bei trotzdem räumlicher Trennung zur Grundschule – eine enge Kooperation zwischen der Grundschule und dem Jugendhaus weiter auszubauen.

 

In der Schulausschuss-Sitzung vom 29.08.2018 wurde der Ausschreibung einer Schulsozialarbeiter*innen-Stelle für die Grundschule Langendamm zugestimmt. Auch hierfür besteht ein weiterer Bedarf an einem Beratungsraum/Büro.

 

In Abstimmung mit der Grundschule sowie auch der Realschule Langendamm werden darüber hinaus seit dem Schuljahresbeginn 2018/19 der Friedrich-Fröbel-Schule 2 AUR zur Verfügung gestellt.

 

Derzeit hat das Schulgebäude Langendamm einen Bestand von 15 AUR. Da sich die Grundschule in Richtung 3-Zügigkeit entwickelt, wird hier ein Bedarf von 12 AUR entstehen, zuzüglich Raumbedarfe für die inklusive Beschulung sowie Ganztagsbetreuung. Bei einer mindestens 2-zügigen Sek-I-Schule entstünde ein Bedarf von ebenfalls 12 AUR, auch hier zuzüglich weiterer Räume für die inklusive Beschulung und Ganztagsbetreuung.

Allein hinsichtlich der AUR (ohne inklusive Beschulung und Ganztagsbetreuung) reichen die vorhandenen Räumlichkeiten nicht für eine 3-zügige Grundschule und eine 2-zügige Sek-I-Schule im Schulgebäude Langendamm aus (Bestand: 15 AUR – Bedarf: 24 AUR - es fehlen 9 AUR). Zusätzlich besteht ein weiterer Bedarf an Räumen für die inklusive Beschulung und Ganztagsbetreuung sowie die oben beschriebenen FUR, verbliebe eine 2-zügige Sek-I-Schule im Schulgebäude, zuzüglich der Räume für die Schulsozialarbeit und ggf. das Jugendhaus.

 

Verwaltungsseitig wird daher vorgeschlagen, die Weiterentwicklung der Sek-I-Schulen im Stadtgebiet nicht durch Einrichtung eines weiteren Sek-I-Schulstandortes zu betreiben, sondern durch Stärkung der bestehenden Oberschule Nienburg. Die bisher gefassten Beschlüsse werden weiter umgesetzt, indem die Hauptschulen sowie die Realschulen mit Ablauf des Schuljahres 2020/21 komplett aufgelöst werden.

Der Schulstandort Langendamm wird durch die erfolgte Einführung der Ganztagsschule in der Grundschule Langendamm sowie der aktuellen Veränderung der Schulbezirke (dadurch Entwicklung Richtung 3-Zügigkeit) langfristig gestärkt. Die Grundschule Langendamm hätte somit räumlich sehr gute Voraussetzungen für die Umsetzung ihres Ganztagskonzeptes.

 

Bezüglich des Ratsbeschlusses vom 29.05.2018 „Als erste Maßnahme bzw. politische Entscheidung erscheint es sinnvoll, die Realschule Langendamm für das Schuljahr 2018/19 weiter in den bisherigen Räumlichkeiten in Langendamm fortzuführen“ hieße das in diesem Fall, dass die Realschule Langendamm nunmehr zum Schuljahr 2019/20 in das Gebäude der Realschule Nienburg umzieht. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführungen von Frau Peters – Landesschulbehörde – im nichtöffentlichen Teil der Schulausschuss-Sitzung vom 13.06.2018 hingewiesen.