Betreff
Quartiersinitiative (QUIN 2009)
hier: Antragstellung der Interessengemeinschaft (IG) Leinstraße
Vorlage
6/026/2009
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

  1. Der Antrag der IG Leinstraße auf Teilnahme an der Quartiersinitiative Niedersachsen wird grundsätzlich befürwortet.
  2. Als Antragsteller treten die IG Leinstraße und die Stadt Nienburg/Weser auf.
  3. Die Stadt Nienburg/Weser beteiligt sich grundsätzlich bis zu einer Summe von max. 40.000 € an dem Gesamtkonzept. Die einzelnen Maßnahmen sind nach Aufnahme in die Quartierinitiative Niedersachsen einzeln bei der Stadt zu beantragen.
  4. Dem Abschluss einer Bereitschaftserklärung zur kooperativen Zusammenarbeit wird zugestimmt.

 

Sachdarstellung:

 

1.                   Ausgangssituation

 

Dem Stadtentwicklungsausschuss wurde die Modellförderung „Belebung der Innenstädte“ in seiner Sitzung am 6.3.2008 vorgestellt. Die IG Leinstraße engagiert sich, die Qualität des Einzelhandels- und Dienstleistungsstandortes auszubauen und zu verbessern. Der Ausschuss begrüßte die Aktivitäten der ansässigen Geschäftsleute und signalisierte die Unterstützung an der Teilnahme an diesem Wettbewerb.

 

Die Leinstraße wird geprägt vom Einzelhandel und Dienstleistungen. Die Mehrzahl der Geschäfte verfügt über weniger als 100 m² Verkaufsfläche und erhält dadurch ihre Individualität und Unverwechselbarkeit. Die Geschäftsflächen sind derzeit gut besetzt und weisen lediglich vier Leerstände auf. Die Branchenvielfalt zeigt sich durch eine abwechslungsreiche Palette des Einzelhandels, der Dienstleistungen sowie verschiedener Gastronomieangebote.

 

Flankiert wird der Straßenzug von drei Museumsgebäuden, die Nienburgs Geschichte in besonderer Weise präsentieren. Der Fresenhof, das Quaet-Faslem-Haus und das Spargelmuseum sind in aller Regel touristische Schwerpunkte und Besucherziele. Die Galerie N hat sich mit moderner Kunst heimischer Akteure und von Gastkünstlern zusätzlich als anerkannte Szeneeinrichtung entwickelt.

 

Im Norden der Straße ist der Citytreff mit Einführung des Stadtbussystems ein intensiv genutzter Bereich geworden. Im Halbstundentakt ist die Innenstadt verlässlich und schnell zu erreichen. Die angrenzende Tiefgarage Burgmannshof verfügt über 90 PKW-Stellplätze und der Parkplatz Neumarkt über weitere 160 ebenerdige Stellplätze. Von der Tiefgarage Rathaus mit 120 Stellplätzen ist auch der südliche Bereich unproblematisch zugänglich. Die Leinstraße ist damit für den Individualverkehr äußerst kundenfreundlich in das Netz des fließenden und ruhenden Verkehrs eingebunden.

 

Mit dem Ausbau der Leinstraße als verkehrsberuhigte Zone hat dieser Straßenzug auch zum Wohnen seinen eigenen Charme behalten, obwohl infolge der notwendigen Asphaltierung für den internen Stadtbusverkehr die optische Einbindung in das sonst gepflasterte Verkehrsnetz der Innenstadt eine gewisse Beeinträchtigung erfahren hat. In der Leinstraße leben derzeit 141 Personen. Einzelne Grundstückseigentümer haben begonnen, Ihre Fassaden ansprechend zu gestalten, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Die Entwicklung einer attraktiven Außengastronomie ist zum knüpfen von sozialen Kontakten und zur Freizeitgestaltung wünschenswert.

 

Da der Einzelhandel mit 15 Geschäften im gesamten Mix nur einen Anteil von 40% einnimmt, fehlt hier die erforderliche Magnetkraft, diese Fußgängerzone lebendig werden zu lassen. Ziel ist es, die mangelnde Frequenz durch geeignete Maßnahmen und Projekte zu steigern.

 

Die IG Leinstraße hat dafür mit Unterstützung des Planungsbüros Prof. Dr.-Ing. Grube ein mehrstufiges Maßnahmenkonzept entwickelt und das Projektquartier festgelegt. Die Abgrenzungen sind der beigefügten Skizze zu entnehmen. 

 

 

2.                   Zielsetzung

 

Ziel der IG Leinstraße ist es, eine eigenständige Qualität  für den Straßenzug zu entwickeln und neue Akzente zu setzen, die sich nachhaltig auf die Bevölkerung, Kunden und Besucher auswirkt. Mit der Teilnahme am Wettbewerb 2009 „Belebung der Innenstädte“ bringen alle Akteure ihren Beitrag ein und sehen darin die Chance, im Rahmen einer Finanzierung durch private Investoren, kommunaler Unterstützung und öffentlichen Fördermitteln Ihr Quartier langfristig aufzuwerten.

 

Durch den Zusammenschluss von Einzelhändlern und Gewerbetreibenden, Grund- und Immobilieneigentümern, Freiberuflern und anderen Nutzern wird die Eigenverantwortung gestärkt. Dies führt dauerhaft zu einer Strukturverbesserung und Aufwertung des gesamten Quartiers. Mit gemeinsamen Ideen und der Umsetzung geplanter Maßnahmen wird langfristig die Aufenthaltsqualität erhöht und Wohnwert gesteigert.

 

Dabei werden alte und junge Bausubstanz zusammengeführt. Junge und alte Menschen erhalten ein Refugium zum Verweilen und Genießen.

Vorhandene touristische Potentiale müssen zusätzlich stärker vermarktet werden. Besucher und Tagesgäste, die nicht aus dem klassischen Einzugsgebiet stammen, werden neue Kunden und führen zu zusätzlicher Frequenz und tragen damit zu steigenden Umsätzen der hier beheimateten Betriebe bei.

 

 

3.                   Maßnahmenvorschläge der IG Leinstraße und des Planungsbüros Prof. Dr.-Ing. Grube

 

Für das Quartier Leinstraße sind folgende Maßnahmen geplant:

 

1.       Akzentuierung des südlichen Zugangs zur Leinstraße durch angemessene Gestaltungselemente unter Berücksichtigung von Form und Lage des früheren Leintors. Damit wird auf die frühere historische Situation hingewiesen: die Straße zwischen den Wällen.

 

2.       Gestalterische Verknüpfung der gepflasterten Querstraßen (Georgstraße, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, Kleine Kirchstraße und Neue Straße) mit dem asphaltierten Straßenband der Leinstraße.

 

3.       Entkernung und Neugestaltung zweier überbauter Innenhofbereiche als a) Passage und b) Wohnhof.

 

4.       Einzelmaßnahmen der Fassadengestaltung mittels Material, Farbe und transparenten Vor- bzw. Schutzdächern.

 

5.       Beleuchtungsmaßnahmen mit dem Ziel einer verbesserten Orientierung und Sicherheit für die Besucher sowie einer ästhetischen Aufwertung des Quartiers unter besonderer Berücksichtigung von energiesparenden Beleuchtungssystemen.

 

6.       Mittel- bzw. langfristige Aufwertung von zwei giebelständigen Bauten am nördlichen Übergang der Leinstraße in den zentralen Busbahnhof.

 

7.        Am Kreuzungspunkt der Leinstraße mit der Georgstraße entsteht ähnlich wie beim Kröpke in Hannover ein „Nienburg- Treff“ rund um eine zentrale Normaluhr, Litfaßsäule und Sitzgelegenheiten.

 

4.                   Finanzierungsplan

 

Kosten:

 

zu 1.                   5.000,- €

zu 2.                 15.000,- €

zu 3.                 10.000,- €

zu 4.                 10.000,- €

zu 5.                 30.000,- €

zu 6.                           0,- €        zurzeit nicht bezifferbar

zu 7.                 20.000,- €

 

gesamt             90.000,- €

zzgl. 10 % :       10.000,- €     für Nebenkosten und das gesamte Planungskonzept

 

 

 

Finanzierung

Anteil Anlieger               21.000,- €         

                        Land                 39.500,- €

                        Stadt                39.500,- €

 

 

5.                   Haushaltsmittel

 

Seitens der IG Leinstraße besteht die dringende Empfehlung an die Stadt Nienburg/Weser, den Antrag zur Teilnahme am Qin- Wettbewerb 2009 gemeinsam mit der IG Leinstraße zu stellen. Damit werden nach vorliegenden Erfahrungen anderer erfolgreicher Bewerberstädte die Chancen auf eine Förderung erheblich steigen.

Das Projekt müsste dann von der Stadt Nienburg/Weser anteilig in Höhe von 40 %, maximal 40.000 € mitfinanziert werden. Haushaltsmittel stehen seitens der Stadt Nienburg/Weser nicht zur Verfügung. Insofern wären entsprechende Mittel außerplanmäßig bereit zu stellen.

 

 

Hinweis:

 

Neu an der Antragstellung ist, dass für die Förderung eines QIN- Projektes der Abschluss einer Bereitschaftserklärung zur kooperativen Zusammenarbeit Voraussetzung ist. Daher ist ein geeigneter schriftlicher Nachweis zum Stand des Einvernehmens mit der Gemeinde erforderlich (Ziffer 3.2 der Ausschreibung). Aus diesem Nachweis muss mindestens hervorgehen, dass die Gemeinde im Rahmen ihrer Planungshoheit keine Bedenken gegen die geplanten Maßnahmen hat.

 

 

 

Anlage:

Muster für eine Bereitschaftserklärung zur Zusammenarbeit