Betreff
Kindertagesstätte St. Michael
hier: Neubau des Kindergartens
Vorlage
5/005/2012/2
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

  1. Das Raumprogramm für den Neubau des Kindergartens St. Michael (siehe Spalte 2 der Anlage 2) wird festgestellt.  Die Fläche wird auf max.  730 m² begrenzt.

 

  1. Auf Grundlage der Vorplanung des Büros Kaminski für einen Neubau des Kindergartens St. Michael werden die Leistungsphasen 3-9, Entwurfs- und Genehmigungsplanung, einschl. der erforderlichen Fachplanungen gem. HOAI, vorbehaltlich der vergaberechtlichen Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt und der Vergabestelle, fünf Büros aufgefordert, ein entsprechendes Angebot abzugeben.

 

  1. Beim Honorarangebot ist ein höchstmöglicher energetischer Standart bis hin zum Passivhaus zugrunde zu legen.  Dieses ist mit ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl des Architekten.

 

 

 

 

Sachdarstellung:

 

Der Neubau der Kinderkrippe an der Kindertagesstätte St. Michael wird voraussichtlich im April 2012 bezugsfertig sein. Ursprünglich war geplant, die Sanierung des Kindergartens gleich anschließend durchzuführen. Die Kinder aus dem Kindergarten hätten während der Bauphase des Kindergartens in die neue Krippe und das Familiengruppenhaus ziehen können. Dadurch wären weitere Ersatzbaumaßnahmen unnötig gewesen.

 

Im Zuge der Beratungen für den Neubau der Kinderkrippe wurden die Kosten für die Sanierung des Kindergartens mit ca. 665.000,00 € geschätzt.

 

Im weiteren Verfahrensgang ergab sich, dass bei einer Anpassung auf heutigen Kindergartenstandard weiterer räumlicher Bedarf erforderlich ist.

 

Da bisher keine konkrete Vorplanung für die Sanierung des Kindergarten St. Michael vorlag, wurden drei Nienburger Architekturbüros aufgefordert, die die Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) ein Angebot abzugeben. Das Büro Kaminski hat aufgrund des günstigsten Angebotes den Auftrag für die Leistungsphasen 1 und 2 erhalten.

 

Grundlage für die Planungen war das Raumprogramm, das die Kindergartenleitung mit dem Fachbereich 5 abgestimmt hatte. Der Auftrag an das Büro Kaminski berücksichtigte die folgenden Varianten für den Kindergarten St. Michael (Anlage 1).

 

 

Variante 1: Sanierung des Kindergartens zuzüglich Erweiterung

 

Energetische Sanierung des bestehenden Kindergartens nach aktueller ENEV, Installation neuer Heizungs- und Elektroleitungen, raumakustische Maßnahmen. Außerdem Erweiterung des Altbaus um  einen Bewegungsraum, eine Küche, eine Cafeteria, 2 Kleingruppenräume, einen Besprechung- bzw. Mitarbeiterraum und um ein Leitungsbüro.

 

Das Büro Kaminski hat die Planungen der Kindergartenleitung und der Verwaltung vorgestellt. Die Kosten für die Sanierung des Kindergartens belaufen sich lt. Kostenschätzung vom 12.09.2011 auf 1.452.284,04 € einschl. Mehrwertsteuer.

 

 

Variante 2: Neubau des Kindergartens

 

Neubau des Kindergartens bei gleichem Raumangebot wie bei Variante 1.

 

Der Abriss und ein Neubau des Kindergartens würden 1.409.050,44 € kosten. In der Planung des Neubaus wird das Raumkonzept umfassender berücksichtigt. Gegenüber der Sanierung des Kindergartens würden ca. 200 qm mehr Nutzfläche zur Verfügung stehen. Nähere Erläuterungen zu den Planungen werden in der Sitzung durch Herrn Kaminski gegeben.

 

Die Verwaltung favorisiert daher den Neubau eines dreigruppigen Kindergartens auf dem jetzigen Gelände der Kindertagesstätte.

Aufgrund der vorliegenden Geburtszahlen im Einzugsgebiet der Kindertagesstätte St. Michael ist auch weiterhin der Bedarf eines dreigruppigen Kindergartens gegeben.

 

Die Leiterin der Kindertagesstätte, Frau Rengstorf, hat dem Ausschuss Jugend, Soziales und Sport in seiner Sitzung am 22.06.2011 eine Raumkonzeption mit Integration eines Familienzentrums vorgestellt. Die Einbindung des Familienzentrums in das Konzept des Kindergartenbetriebes als niedrigschwelliges Angebot für Familien, insbesondere für Frauen mit Kleinkindern, wird hierbei als besonders vorteilhaft angesehen. Dieses niedrigschwellige Angebot wäre in den Räumlichkeiten (Variante 2; Neubau des Kindergartens) umsetzbar. Das sich so ergebende Raumprogramm für den Kindergarten St. Michael sowie eine Darstellung der gesetzl. Vorgaben des KiTaG und eine Gegenüberstellung des Raumbestandes der zuletzt sanierten Kindertagesstätten „kreuz+quer, Düsseldorfer Straße und „Arche Noah“, Lehmwandlungsweg ist als Anlage 2 beigefügt.

 

In einer Besprechung am 25.01.2012 mit Vertretern der Fraktionen, der Einrichtungsleitung und der Stadt Nienburg/Weser wurde die Möglichkeit der Einrichtung eines separaten Familienzentrums im ehemaligen Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Michael angesprochen. Um diese Option offen zu halten, ist eine weitere Variante mit der Möglichkeit einer Anbindung vom Kindergarten zum möglichen Familienzentrum erstellt worden. Vor weiteren Festlegungen in der Sache sollte ein Familienzentrumskonzept für St. Michael bzw. das Nordertor erstellt werden. Hierbei sind der Raumbedarf, die Kosten einschl. Personal und die Fördermöglichkeiten zu ermitteln.

 

Der Ausschuss für Jugend, Soziale und Sport hat sich in seiner Sitzung am 15.02.2012 mit der Angelegenheit befasst und sich für eine Begrenzung der Neubaufläche des Kindergartens St. Michael auf max. 730 m² ausgesprochen. Ferner sollten, entgegen der ursprünglichen Beschlussempfehlung, die Leistungsphasen 3 - 4 zu vergeben, nunmehr max. 5 Büros aufgefordert werden, ein Angebot für die Leistungsphasen 3 - 9 abzugeben.

 

Der VA hat die Angelegenheit in seiner Sitzung am 27.02.2012 beraten. Die Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN haben mit Schreiben vom 21.02.2012 den folgenden Antrag gestellt:

 

  1. Der Neubau der Kindertagesstätte St. Michael erfolgt im Passivhaus-Standard. Alle weiteren Planungsschritte im Rahmen dieses Projektes werden entsprechend angepasst.
  2. Die Verwaltung prüft in diesem Zusammenhang alle Möglichkeiten auf weitere Förderanträge für Neubauten öffentlicher Gebäude im Passivhaus-Standard.

 

Dieser Antrag wird in der Ratssitzung am 13.03.2012 behandelt. Damit die Architekten ohne zeitliche Verzögerung aufgefordert werden können, ein entsprechendes Honorarangebot abzugeben, wurde die folgende Ergänzung  des Beschlussvorschlages dem Rat empfohlen:

 

Beim Honorarangebot ist ein höchstmöglicher energetischer Standart bis hin zum Passivhaus zugrunde zu legen.  Dieses ist mit ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl des Architekten.