Betreff
Einrichtung einer Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft im Stellenplan 2014
Vorlage
5/029/2013
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der personellen Erweiterung im Fachbereich 5 um die unbefristete Vollzeitstelle einer Sozialarbeiterin bzw. eines Sozialarbeiters ab 2014 wird vorbehaltlich der Bereitstellung der erforderlichen Mittel und Ergänzung des Stellenplans im Haushalt 2014 zugestimmt.

Sachdarstellung:

 

Im Fachbereich 5 – Bildung, Soziales und Sport werden neben dem Tagesgeschäft derzeit eine Vielzahl an Themen in den einzelnen Sachgebieten bearbeitet und aufbereitet. Der größte Teil der nachfolgend genannten Aufgaben ist dabei nicht von kurzfristiger Natur, sondern ist Teil eines dauerhaften und stetigen Entwicklungsprozesses.

 

·        Schulentwicklungsplanung

·        Konzeptionelle Weiterentwicklung des mittelfristigen Konzeptes zu den Kindertagesstätten

·        Inklusion in Kita und Schule

·        Entwicklung der Sportförderung

·        Erstellung eines Konzeptes über die Obdachlosenarbeit

·        Entwicklung von Beteiligungsmöglichkeiten für  Kinder- und Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren

·        Aufbau und Außendarstellung eines städtischen Familien- und Seniorenbüros

 

Zusätzlich  zu diesen aktuellen Themenstellungen, die mit den vorhandenen Personalressourcen kaum in notwendiger Intensität zu bewältigen sind, muss dringend die Integrationspolitik in Nienburg gefördert werden.

 

Mit ihren 31.464* Einwohnerinnen und Einwohnern mit Hauptwohnsitz

(* Melderegister Stand 24.10.2013) unterliegt auch die Stadt Nienburg/Weser dem demographischen Wandel und hat bereits jetzt einen Bevölkerungsanteil von 30 % (Stand Mai 2013) an über 60 jährigen. Der Anteil der Menschen mit Doppelstaatsbürgerschaft oder ausländischer Staatsangehörigkeit zur Gesamtbevölkerung liegt bei 16,5%.

 

Dieser Anteil an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nimmt in der Bevölkerungsgruppe der Jugendlichen (12 – 21 Jahre) bereits 21,7 % ein und ist bei den in den letzten 3 Jahren in Nienburg geborenen Kindern auf 36% angewachsen. Gleichzeitig wird in den nächsten 17 Jahren ein Bevölkerungsrückgang von 12 % prognostiziert (Bevölkerungsprognose Weserbergland plus 2030 aus 2011 - Niedersächsischen Institut Wirtschaftsforschung).

 

Nienburgs Bevölkerung wird damit immer älter, weniger und bunter, so dass die Integrationspolitik eine bedeutende Rolle für das Funktionieren des Gemeinwesens in dieser Stadt spielt.

Das mittelfristige  Ziel in Nienburg ist es daher, eine sozialräumlich abgegrenzte  integrierte Bildungs- und Sozialplanung zu betreiben, die in einer Bildungslandschaft mündet, die auf die einzelnen Sozialräume passgenau zugeschnitten ist.

 

Mit dem vom Sprotte-Verein bereits mehrfach vorgestellten Nienburger Modell könnte dieser mehrjährige Prozess -  gesteuert,  unterstützt und begleitet vom Fachbereich 5 - begonnen werden.

 

Das Modellprojekt ExWoSt und die Bildung eines „FamilienhORTES“ an der Alpheideschule sowie die Arbeit der Arbeitsgruppe „Inklusion von Anfang an“, in der neben der Schule, die angrenzende Kindertagesstätte und  das Begegnungszentrum Sprotte vertreten sind, liefern für die weitere Sozialplanung in Nienburg hierzu bereits wichtige Erfahrungen und Informationen. .

 

Unabhängig von der Bildung der Bildungslandschaften ist insbesondere im Sachgebiet Kinder, Jugend und Schule  in den nächsten Jahren mit einer großen Belastung durch die Herausforderungen, die sich durch die zuvor dargestellte demographische Entwicklung und die Inklusion im Bereich der Kindertagesstätten und Schulen ergeben werden, zu rechnen. Hier gilt es nachhaltige Konzepte für den Bereich Bildung zu entwickeln und fortzuschreiben.

 

Die begrenzten personellen Ressourcen im Fachbereich erschweren derzeit jedoch nicht nur eine zeitnahe und fristgerechte Bearbeitung der vorgenannten drängenden Problemstellungen, sondern würden eine fachliche Leitung und Steuerung der Entwicklung Nienburgs in eine in sich vernetzte und sozialräumlich abgestimmte Bildungslandschaft für alle Generationen und kulturellen Hintergründe derzeit unmöglich machen.

 

Ebenso stellt eine Zunahme der über 60-jährigen in der Bevölkerung und die Integration von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen weitere Herausforderungen an den gesamten Fachbereich.

 

In Anbetracht des wenigen Spielraumes, den die finanzielle Situation der Stadt Nienburg derzeit lässt, um pro aktiv an diese drängenden Aufgaben herangehen zu können, ist eine (finanzielle) Unterstützung aus Förderprogrammen z.B. des Landes, des Bundes, der EU oder privater Stiftungen von besonderer Bedeutung und soll im Rahmen der neuen Stelle im Bereich Sozialarbeit durch die Vorbereitung entsprechender Konzepte und Projektideen mit abgedeckt werden.

 

Diese Stelle wäre wegen ihres Schwerpunktes im Bereich Bildung und Jugendarbeit dem SG 51 – Kinder, Jugend und Schule zuzuordnen, würde aber auch eine Schnittstelle zum Sozialen und Sportbereich -  insbesondere im Hinblick auf spätere Vernetzungen der einzelnen Bildungs- und Sozialeinrichtungen - beinhalten.

 

Als Finanzierungsvorschlag für diese Stelle wird die Abgabe der Stelle im Sportbereich (Aufgabenbereich: Bäder) genannt, da mit dem Wechsel des Aufgabengebietes Bäder in die Bäder GmbH der personelle Bedarf im Bereich Sport entsprechend reduziert werden kann. Im Fachbereich wurde darüber hinaus seit Juli 2011 die Stelle der Sachgebietsleitung Soziales und Sport nicht wieder besetzt, sondern kommissarisch von der Fachbereichsleitung wahrgenommen, was in der Vergangenheit zu weiteren Mitteleinsparungen in den Personalausgaben des Fachbereiches geführt hat .

 

Auf die Wiederbesetzung der Sachgebietsleiterstelle wird auch zukünftig verzichtet, da bei der derzeitigen Bedarfslage und den sich daraus ergebenden Aufgabenstellungen,  die konkrete Besetzung im Bereich der Sozialarbeit als notwendig angesehen wird.

 

 


 

Finanzierung

 

Durch die Ausführung des vorgeschlagenen Beschlusses entstehen folgende haushaltswirtschaftliche Auswirkungen:

 

 

     im Ergebnishaushalt

         Produkt:                       Konto:        

 

                                                                     Planjahre:       2014            2015          2016

 

     Aufwand i. H. v.      einmalig       laufend        48.700         55.000       55.000

     Ertrag i. H. v.          einmalig       laufend                                         

 

 

     im Finanzhaushalt

         Produkt:                       Konto:        

 

                                                                     Planjahre:                                         

 

     Auszahl. i. H. v.      einmalig       laufend                                         

     Einzahl. i. H. v.       einmalig       laufend                                         

 

     Die investive Maßnahme übersteigt das Volumen von 50.000,- Euro und erfordert eine Wirtschaftlichkeits- und Folgekostenberechnung; die Maßnahme liegt unter 50.000,-Euro und erfordert eine Folgekostenberechnung

     Der Wirtschaftlichkeits- und Folgekostenvergleich bzw. die Folgekostenberechnung nach § 12 GemHKVO ist beigefügt.

 

 

     Es entstehen Folgekosten für                     Abschreibungen                            

                                                                                   Zinsen                                             

                                                                                   Personalkosten                              

                                                                                   Sachkosten                                    

                                                                                                                                     

 

                                                                                   Gesamt                                          

 

     Es entsteht außerordentlicher Aufwand in Höhe von                                          

          (z. B. ao Abschreibungen f. Abbruch, Verlust, Diebstahl)

 

 

Hinweise:      

 

     Deckungsmittel stehen beim o. a. Produkt, Kontonr.       zur Verfügung

     Deckung erfolgt im Rahmen des zugehörigen Budgets/Deckungskreises

         Die Deckung erfolgt durch:      

     Deckungsmittel stehen nicht zur Verfügung

         Vorschlag zur Deckung: Nichtwiederbesetzung der Sachgebietsleiterstelle sowie Reduzierung der Stellen im SG Soziales und Sport um eine Sachbearbeiterstelle

 

 

Aufgestellt:     30.10.2013, C. Kreide

                        Datum, Name