Schulentwicklungsplanung der Stadt Nienburg/Weser

Betreff
Schulentwicklungsplanung der Stadt Nienburg/Weser
hier: Anfrage des Landkreises Nienburg/Weser auf planerische Zuordnung von städtischen Grundschulkindern zu den Oberschulen in Heemsen und Steimbke
Vorlage
5/006/2014
Art
Beschlussvorlage
Untergeordnete Vorlage(n)

Beschlussvorschlag:

 

Um einem möglichen Wunsch der Eltern aus den Nienburger Ortschaften, ihre Kinder die Oberschulen in Heemsen und Steimke besuchen zu können, gerecht zu werden, werden gemeinsam mit dem Landkreis Nienburg/Weser die gleichen Voraussetzungen für den Besuch dieser Oberschulen geschaffen wie sie derzeit für den Besuch einer der Nienburger SEK I-Schulen gelten.

 

Insbesondere im Hinblick auf den Schülertransport ist Maßgabe die Schaffung von kurzen Wegezeiten für die Schülerinnen und Schüler zu den von ihnen gewünschten Schulen.

Sachdarstellung:

 

 

Der Landkreis Nienburg/Weser bittet für die weitere Planungen in seiner Schulentwicklung um eine planerische Zuordnung der Grundschulkinder aus der Grundschule am Bach und der Grundschule Langendamm zu den Oberschulen in Heemsen und Steimke und hat dazu am 12.03.2014 folgende Erwartungshaltung formuliert und  übersandt:

„Weil der Landkreis Nienburg Realschüler/innen aus den Gemeinden Estorf und Husum weiterhin in Nienburg beschulen lässt und diese Beschulung noch um Hauptschüler erweitert sowie eine kreisweit offene IGS am Standort Nienburg betreibt, besteht die Erwartung, dass die Stadt Nienburg ihren Schüler/innen die Möglichkeit einräumt, auch die Oberschulen Heemsen und Steimbke zu besuchen. Um die Schulentwicklungsplanung des Landkreises auf konkreten Schülerprognosezahlen aufbauen zu können, sollten die Schüler der betroffenen städtischen Grundschulen den Landkreis-Schulen auch planerisch zugeordnet werden.“

 

Durch diese planerische Zuordnung würde – lt. Auskunft des Landkreises Nienburg/Weser  - rechnerisch ggf. mittelfristig ein Erhalt der Oberschule Heemsen zusätzlich zur Oberschule in Steimbke möglich sein.

 

Diese Anfrage wurde zunächst zur Anhörung an die Ortsräte weitergegeben. Über die Stellungnahme des Ortsrates Erichshagen-Wölpe, der sich am 23.04.2014 mit dieser Thematik befasst, wird in der Schulausschusssitzung berichtet. Die weiteren Ortsratsberatungen folgen am 07.05.2014 (Holtorf) und  19.06.2014 (Langendamm).

 

Es kann allerdings jetzt schon festgestellt werden, dass mit der Aufhebung der Schulbezirke im SEK I-Bereich, die vom Landkreis wie auch von der Stadt Nienburg übereinstimmend gewünscht wird, letztendlich der freie Elternwille darüber entscheidet, welche Schule das eigene Kind besuchen soll. Aufgabe der Schulträger ist es in diesem Zusammenhang, die entsprechenden Voraussetzungen für eine mögliche Umsetzung dieses Elternwillens zu schaffen. Hierzu gehört u.a. die Regelung des Schülertransportes zu den gewünschten Schulen. Da die Schulen in Heemsen und Steimbke  traditionell auch von Holtorfer und Erichshagener Kindern besucht werden und davon auszugehen ist, dass dieser Wunsch der Eltern auch in Zukunft bestehen bleibt, gilt es hier, den ÖPNV entsprechend anzupassen und z.B. den Stadtbus um eine entsprechende Linie zu erweitern.

 

Gespräche mit den Vertretungen der Samtgemeinde Heemsen haben deutlich gemacht, dass eine gewisse planerische Zuordnung von Kindern aus den Ortsteilen – unter Hochrechnung des bisherigen Anwahlverhaltens der Nienburger Eltern – zur Oberschule in Heemsen zunächst zu Schülerzahlen führen würde, die eine Dreizügigkeit und damit zunächst einen Erhalt der Oberschule nach sich ziehen könnte.

 

Bei einer konsequenten Umsetzung der derzeitige Empfehlung des Arbeitskreises Schulentwicklung des Landkreises über die Einrichtung von Oberschulen im Kreisgebiet, muss jedoch - unter Berücksichtigung der Auflösung der Schulbezirke im gesamten Landkreis -  angenommen werden, dass nicht nur Schülerinnen und Schüler aus dem Süden aus Husum, Estorf und ggf. auch Landesbergen in Nienburg eine SEK I –Schule besuchen möchten, sondern darüber hinaus durch die Auflösung der Oberschule Heemsen auch Schülerinnen und Schüler aus dem Norden aus Drakenburg, Rohrsen, Heemsen. Das könnte mittelfristig eine Erhöhung der Schülerzahlen in Nienburg von 40 - 45 Kindern zur Folge haben.

 

Bei einem Erhalt der Oberschule Heemsen, verbunden mit einem entsprechenden Ausbau der Schülerbeförderung, kann jedoch damit gerechnet werden, dass einerseits diese Oberschule von den Kindern aus den Grundschulen Drakenburg und Heemsen angewählt wird und andererseits eine Zunahme der Anwahl dieser Schule von Nienburger Kindern erfolgen wird.  Das kann insbesondere eintreffen,  da die Fahrzeit zu einer zentralen Schule in Nienburgs Innenstadt aus den Ortsteilen Erichshagen-Wölpe und Holtorf nahezu identisch ist mit der Fahrtzeit zur Oberschule in Heemsen.

 

Der bedarfsgerechte Ausbau der Schülerbeförderung könnte darüber hinaus für Langendamm Schülerinnen und Schüler die Oberschule Steimbke interessant werden lassen, so dass es ggf. auch von dort eine vermehrte Anwahl geben könnte. 

 

Eine Kompensierung der Zuströme aus Husum, Estorf und Landesbergen würde durch die aufgezeigten Wanderbewegungen erreicht werden.